Was kostet eine Therapie?  


Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen nur bei staatlich approbierten psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten oder zugelassenen Ambulanzen die Behandlungskosten. Darüber hinaus sind nur drei wissenschaftlich ausreichend untersuchte Psychotherapieverfahren von den Krankenkassen anerkannt: die Verhaltenstherapie, die Psychoanalyse und die tiefenpsycholgisch fundierte Psychotherapie.


Wenn Sie Mitglied einer
gesetzlichen Krankenversicherung sind, werden die sogenannten probatorischen Sitzungen, welche das Erstgespräch und bis zu maximal vier weitere Sitzungen umfassen, auf jeden Fall von Ihrer Versicherung übernommen. Anschließend sind sowohl vom Patienten als auch vom Therapeuten Anträge bei der Krankenkasse zu stellen. Der anonymisierte Bericht des Therapeuten muss von einem Fachgutachter geprüft und bewilligt werden. Nur dann werden die Kosten der weiteren Therapie übernommen.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für Psychotherapie jedoch ausschließlich bei einer psychischen Störung mit „Krankheitswert“, wozu Lebens-, Ehe- oder Erziehungsberatung nicht zählen. Darüber hinaus muss eine Aussicht auf Besserung oder Heilung durch die Therapie bestehen. Das ausgewählte Therapieverfahren und die ambulante Behandlung müssen indiziert sein, der Behandlungsplan muss angemessen und sinnvoll erscheinen.


Ein ähnliches Procedere betrifft die Patienten in der
Beihilfe. Auch hier muss vor der Behandlung ein gesondertes Antrags- und Genehmigungsverfahren durchlaufen werden. Je nach privater Zusatzversicherung muss auch die Private Krankenkasse gesondert zustimmen, damit die Kosten vollständig übernommen werden.
Bei
privatversicherten Personen werden die Kosten in der Regel nach vorheriger Prüfung der Notwendigkeit und Erfolgsaussicht übernommen. Hier sollten Sie sich aber vor dem Beginn einer Therapie unbedingt über die unterschiedlichen Versicherungsbestimmungen erkundigen, da manche Versicherungen beispielsweise nur Psychotherapien, die von ärztlichen Psychotherapeuten durchgeführt werden, bezahlen. 


Übernehmen die Krankenkassen die beantragten psychotherapeutischen Leistungen nicht und wünscht der Patient dennoch eine psychotherapeutische Behandlung, müssen die Behandlungskosten von diesem selbst getragen werden (Grundlage hierfür ist die Gebührenordnung für Psychotherapeuten).

© Psychotherapeutische Praxis Dipl.-Psych. Ines Arndt
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